Nachhaltigkeit: Was macht Ihr Unternehmen für Nachhaltigkeit?
Dienstag, 25. Juni 2019

Nachhaltigkeit: Was macht Ihr Unternehmen für Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit im Unternehmen kann im ganz Kleinen starten: Gespräche über ökologische Themen in der Mittagspause, um dem Thema Aufmerksamkeit im Alltag zu geben; effizientes Mülltrennen und fachgerechtes Entsorgen; ganz bewusst fairen Kaffee und regionales Obst kaufen. Prinzipiell sind das alles keine büro- oder unternehmensspezifischen Aspekte und auch nicht besonders komplex, dennoch werden sie viel zu oft vergessen oder vernachlässigt.

Häufig überrascht es, wie viele Menschen aus dem direkten Umfeld sich persönlich schon mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen, warum nicht diese Kultur im Team pflegen oder sogar als teambildenden Maßnahme nutzen?

 

Sehr spannend – vielleicht sogar schockierend – könnte das Ergebnis sein, wenn Sie sich einmal aktiv damit auseinandersetzen wie viel CO2, Wasser oder auch Schmiermittel in den einzelnen Produktions- und Lieferetappen bei Ihnen ver- bzw. gebraucht werden. Dafür ein Gefühl zu bekommen ist jedoch essenziell, um effizient etwas verändern zu können. Sie könnten ein Punktesystem einführen, das beispielsweise den CO2 Ausstoß von unterschiedlichen Gegenständen, Lebensmitteln und Tätigkeiten im Büro abstrahiert und das Abschätzen erleichtert. Aus den möglichen Einsparungspotentialen eine Team-Challenge zu machen, weckt den Ehrgeiz und die Kreativität, aus gewohnten Mustern auszubrechen.

Damit sind wir auch schon bei zwei ganz wichtigen Schlagwörtern: Gewohnheiten und Muster. Sehr viel machen wir, weil wir es immer schon so gemacht haben. Weil wir nicht hinterfragen, ob es anders vielleicht besser wäre. Oder weil wir andere Alternativen schlicht (noch) nicht kennen.

Im Folgenden finden Sie ein paar Anregungen, welche teilweise sehr kleinen Veränderungen leicht umsetzbar sind. Manche Dinge erscheinen so nebensächlich, dass sie gerne unberücksichtigt bleiben, doch in der Summe der Menschen (das sind sehr viele auf der Erde) haben die scheinbar kleinen Dinge große Auswirkungen.

Bahn/Bus fahren

Fahren Sie noch selber oder lassen Sie sich schon fahren? Das Einsparungspotential von CO2 auf dem Arbeitsweg oder Auswärtsterminen ist enorm. Oft gibt es scheinbar unveränderliche Kriterien, die die Wahl auf das Auto als Transportmittel fallen lassen. Aber manche davon lassen sich sehr wohl beeinflussen. Ob Alternativen, wie Rad, Bus, Bahn oder Fahrgemeinschaften in Frage kommen, muss jeder selbst entscheiden, doch sollte sich jeder einmal selber kritisch hinterfragen, ob der Grund die Gemütlichkeit ist und es sich nicht doch lohnt, ein anderes Fortbewegungsmittel auszuprobieren.

Online-Lohnzettel

Zeitgemäß und papiersparend: Der Online-Lohnzettel ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich funktionale und ökologische Vorteile nicht gegenseitig ausschließen. Es gibt einzelne Portale bei denen die Lohnzettel online gespeichert werden und über gesicherte Zugänge für die Mitarbeiter erreichbar sind. Sie sparen auf diese Weise also das Papier, den Toner, das Porto und den Transportweg.

Ausrangiertes spenden und klüger einkaufen

Es gibt zahllose Möglichkeiten, ausrangierte Computer, Möbel und andere Gegenstände, die den Anforderungen im Büro nicht mehr entsprechen, sinnvoll weiterzugeben. Beispielsweise als Spende an Organisationen, Privatpersonen oder an Firmen, die sie zum Weiterverkauf aufbereiten. Doch denken Sie gerne schon einen Schritt voraus und bereits beim Einkauf an die Langlebigkeit. Um nur eine von vielen Möglichkeiten zu nennen, kommt bei der Auswahl der Firmenhandys das nachhaltige Shiftphone auf jeden Fall in Betracht. Dieser deutsche Hersteller produziert seine Mobiltelefone komplett fair und modular, heißt nahezu jedes Teil ist austauschbar und Sie müssen bei einem kleinen Defekt nicht gleich das ganze Gerät austauschen. Schon haben Sie Ihren Beitrag gegen die Ausbeutung von Menschen und die Wegwerfgesellschaft geleistet.

Büromaterial

Auch beim Büromaterial kann beim Einkauf auf Herstellung und Herkunft der Artikel geachtet werden. Welche Rohstoffe werden genutzt? Wo und wie wird produziert? Und kann ich vielleicht einen regionalen oder ökologisch bewussten Lieferanten bevorzugen? In den allermeisten Fällen ist der Aufwand lächerlich gering: Es erfordert Bewusstsein, kritisches Hinterfragen und manchmal nur einen zusätzlichen Mausklick, um ein Stückchen zur Weltrettung beizutragen.

Stromanbieter

Als Firma verbraucht man viel Strom. Sich diesen Verbrauch genauer anzuschauen und zu herauszufinden, an welchen Stellen Sie am effektivsten Strom einsparen kann, sollten Sie nicht nur aus finanziellen Gründen machen. Danach sehen Sie sich einmal den restlichen Strom, den Sie einfach nicht einsparen können, an. Es gibt fast überall Anbieter, von denen nachhaltig erzeugter Strom regional bezogen werden kann. Oftmals ist dieser sogar noch billiger.

Siegel (Lieferanten)

Die Frage, wo etwas herkommt oder wie es produziert wurde, haben wir uns in den vorherigen Punkten schon ein paarmal gestellt. Ein sehr zuverlässiger Richtwert an dieser Stelle sind Güte- und Qualitätssigel, die Nachhaltigkeit, ökologische Richtlinien oder eine faire Produktion zertifizieren. Darauf kann selbstverständlich sowohl im Kleineren, z.B. beim Einkauf von Lebensmitteln und Büromaterial, geachtet werden aber auch im größeren Maßstab macht es Sinn, die Lieferanten und Zulieferer zu betrachten und dort ein Augenmerk auf solche Siegel zu legen.

Außenwirkung (Kunden/Partner)

Genauso wichtig wie darauf zu achten, woher etwas bezogen wird, ist dieses Bewusstsein und die damit verbundenen Werte nach außen zu tragen. Nicht nur, dass Sie dadurch wiederum für Kunden eine zusätzliche Attraktivität erlangen, nehmen Sie sich auch ein Stück weit der sozialen Verantwortung an, als Vorbild in der Gesellschaft zu fungieren und womöglich Partner zu motivieren, ebenfalls mehr Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.

GWÖ

Weil Werte wie Solidarität, Menschenwürde, Nachhaltigkeit und Transparenz unerlässliche Aspekte einer funktionierenden Gesellschaft sind, hat die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) auf diesen Werten aufbauend ein Wirtschaftsmodell entwickelt, das ein nachhaltiges Wirtschaften ohne Ausbeutung von Menschen oder Ressourcen möglich macht. Zur Einführung im eigenen Unternehmen dient die GWÖ-Matrix als roter Faden. Nach Erstellung des Gemeinwohlberichts bzw. der Wertebilanz kann ein GWÖ-bilanziertes Unternehmen das Zertifikat wie ein Qualitätssiegel nach außen präsentieren. Die daraus entstehenden Vorteile und das starke Netzwerk sind als Mitgliedsunternehmen deutlich spürbar.

Vergessen Sie nicht, dass der Arbeitsplatz ein wichtiges soziales Umfeld mit Einflussnahme in beide Richtungen ist. Bei uns grünen Hasen bestärken wir uns gegenseitig im umweltfreundlichen Handeln. Der Konsum von Fleisch und Milchprodukten ist stark zurückgegangen und freitags ist inzwischen sogar kollektiver Veggiday.

Wenn Sie ganzheitlich etwas in Ihrem Unternehmen verändern möchten, sollten Sie auf jeden Fall das ganze Team einbeziehen und mitnehmen. Das Thema Nachhaltigkeit ist so vielschichtig, bietet so viele Ansatzpunkte und betrifft alle Bereiche, so dass die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter nicht nur notwendig ist, sondern auch sehr bereichernd wirkt.

Autorin: Laila Zink

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