Nach dem Weihnachtsgeschäft ist vor dem Weihnachtsgeschäft
Mittwoch, 04. Februar 2015

Nach dem Weihnachtsgeschäft ist vor dem Weihnachtsgeschäft

Kaum ist das Weihnachtsgeschäft vorüber und die ersten Erhebungen zu Umsatzzahlen ausgewertet, wird auch dieses Jahr klar: Die Gewinner waren auch in 2014 die Online-Händler.

Laut einer Studie von deals.com wurde jeder sechste Euro Weihnachten 2014 über Computer, Smartphone oder Tablet ausgegeben, was einen Anstieg von 21,5 Prozent zum Vorjahr ausmacht. Der Online-Markt boomt - ein Trend der nicht nur für das Weihnachtsgeschäft gilt. Im Bericht „Online-Monitor“ des HDE wird in diesem Zusammenhang davon berichtet, dass die Umsätze im Onlinehandel in den letzten 5 Jahren um 82 Prozent angestiegen sind. Der Umsatzanteil durch Mobile-Commerce macht mit 18 Prozent inzwischen einen enormen Anteil aus.

Die Gewinner im Online-Handel sind nach wie vor mehrheitlich die „großen Fische“. Online-Riesen wie Amazon, Otto oder auch Weltbild verzeichnen die größten Umsatzsteigerungen der Branche. Beobachtet man die Entwicklung dieser Shops, wird schnell klar: Nicht mehr nur im Ladenlokal sondern auch im Online-Handel ist es wichtig, dem Käufer ein positives Einkaufserlebnis zu bieten.

Bei den kleineren Shopbetreibern zeichnet sich ein Trend ab: Gemäß dem Motto „Nach dem Weihnachtsgeschäft ist vor dem Weihnachtsgeschäft“ setzen viele Betreiber die erwirtschafteten Gewinne ein, um das Shopsystem weiter auszubauen und es fit für die Zukunft zu machen.

Wir möchten Ihnen einige Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie mit kleinen Maßnahmen und überschaubarem Aufwand das Einkaufserlebnis für Ihre Besucher steigern können und damit beispielsweise Abbrüche während des Bestellvorgangs vermeiden.

Alles eine Frage der (Lade)Zeit!

Die gewünschten Seiten eines Shops werden nur zögerlich vom Server zurückgeliefert und schon wird aus dem virtuellen Einkaufsbummel eine regelrechte Qual. Man ist schnell genervt und sucht kurzerhand einen anderen Anbieter für das gewünschte Produkt oder hat dieses vielleicht sogar schon während des Wartens ausfindig gemacht. Auch der vermeintlich günstigere Preis des zuvor besuchten Shops ist dann schnell vergessen und der Kunde letztlich verloren.

Die Folgen eines langsamen Shopsystems gehen aber noch weiter: Suchmaschinen bewerten heute die Portale unter anderem auch hinsichtlich Performance, also nach Reaktions- und Ladegeschwindigkeit.

Bevor man mit einem größeren Server für Abhilfe sorgt, sollte man zunächst hinter die Fassade des eigenen Shops blicken. In manchen Fällen kann es durch verwendete Erweiterungen oder „preiswerte“ Plugins zu unnötig vielen Datenbankabfragen bei jedem Seitenaufruf kommen. Hier ist ein Spezialist gefragt. eCommerce-Profis kommen solchen Problemen in der Regel schnell auf die Spur.

Ist der Shop noch immer nicht schnell genug, hilft in nahezu jedem Fall ein intelligentes Caching. Der Haken: Nur mit der richtigen Konfiguration stellt sich der gewünschte Effekt ein. Nicht selten wird serverseitig ein Caching-Mechanismus wie beispielsweise ein Varnish Cache bereitgestellt. Ohne der optimal passenden Konfiguration aller Seiten und Seitenelemente, kann dies jedoch leicht zu fehlerhaften Ausgaben im Onlineshop führen. Erneut ein Fall für den Profi. Andere Caching-Mechanismen wie z.B. Redis Cache sind für manche Systeme zwar leicht konfigurierbar, können ihr wahres Potential allerdings auch erst in Verbindung mit zusätzlichen Erweiterungen und richtiger Konfiguration entfalten.

Nur Bares ist Wahres?

Bezahlsysteme und Anbieter für die Transaktionsabwicklung gibt es wie Sand am Meer. Auch hier gilt: Wer sich auf die Basics beschränkt, wird nicht in die Shooting-Stars unter den Onlineshops eingehen.

Das passende Angebot unterschiedlicher Zahlarten kann für Onlineshops zu einem erfolgsentscheidenden Faktor werden. Laut einer Studie im Auftrag der PPRO Group, einem Lösungsanbieter für internationale elektronische Bezahlprozesse, ist bei 48,7 Prozent aller Bestellabbrüche das Fehlen der gewünschten Zahlungsart die Ursache.

Wer seinen Kunden eine breite Palette an Bezahlmöglichkeiten bietet, hat die Nase also weit vorn und muss sich dabei nicht einmal in größere Kosten stürzen.

Entschuldigen Sie: Kennen wir uns?

Kunden langfristig zu binden ist das Ziel eines jeden Handeltreibenden. Der Weg vom Interessenten zum Kunden und weiter zum Stammkunden scheitert oftmals schon an der ersten Hürde - dem Erstkauf. Zweit häufigste Ursache für Abbrüche des Kaufvorgangs sind Sicherheitsbedenken der Besucher. Dies führt zu 35,4 Prozent der Bestellabbrüche, wie die Studie der PPRO Group berichtet.

Aus der Studie „Vertrauensbildende Maßnahmen im E-Commerce auf dem Prüfstand“ des E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) über die Bedeutung und Effektivität vertrauensbildender Maßnahmen im Online-Handel wird zudem ersichtlich, dass neben den angebotenen Zahlungsverfahren allen voran Kundenbewertungen bei der Auswahl eines Online-Shops eine Rolle spielen. 33,2 Prozent der Befragten haben dies als entscheidendes Kriterium für ihre Wahl angegeben.

Gleichermaßen spielen auch weitere Kommunikationswege eine bedeutende Rolle. Beispielsweise schafft ein zum Shop gehörender Blog nicht nur Vertrauen, sondern lässt sich bei Beachtung einiger Grundregeln auch optimal zur Verbesserung im Suchmaschinenranking einsetzen. Wer sich keinen großen Pflege- oder Redaktionsaufwand leisten kann, erreicht einen ähnlichen Effekt mit der Einbindung des Facebook-„Facepile“.

Die Vertrauenswürdigkeit eines Online-Shops kann zusätzlich durch unterschiedliche Sofortmaßnahmen gesteigert werden. Online-Gütesiegel, wie beispielsweise vom Anbieter „Trusted Shops“, gehören inzwischen zur Grundausstattung eines aufstrebenden Online-Shops. Darüber hinaus schafft ein SSL-Zertifikat mit grüner Adresszeile viel Vertrauen beim Onlinekäufer.

Schatz, wir haben uns verfahren.

Weg vom „stöbern lassen“ hin zum gezielten „Führen des Kunden“. Wer viele Produkte anbietet sollte die Übersichtlichkeit seines Shops priorisieren. Unübersichtlichkeit einer Website ist immerhin der dritthäufigste Grund für einen Abbruch des Bestellvorgangs. 21,8 Prozent der abgebrochenen Käufe sind allein darauf zurückzuführen, dass sich der Besucher regelrecht verloren fühlt.

Die Navigation und Navigationsstruktur eines Online-Shops kann bei steigender Artikelanzahl sehr schnell eine hohe Komplexität erreichen. Abhilfe kann hier beispielsweise ein neues, moderneres Shop-Template verschaffen. Shop-Templates gibt es inzwischen für nahezu jedes System sehr preiswert zu kaufen. Individuell gestaltete Templates können dagegen schon einen erheblichen Investitionsaufwand bedeuten, transportieren das Corporate Design allerdings viel beeindruckender. Ein zeitgemäßer Shop sollte in jedem Fall „full responsive“ sein um alle mobilen Geräte mit einer übersichtlichen Darstellung zu bedienen.

Mit System zum Ziel

Die aufgeführten Optionen und dargelegten Beispiele sollen Ihnen einen kleinen Anreiz für neue Ideen zur Optimierung Ihres Systems bieten. Ausgehend von Ihren unternehmerischen Zielen gibt es viele unterschiedliche Blickwinkel und Ansatzpunkte, um Ihren Shop und die Präsentation Ihres Sortiments im Web zu betrachten. Unter den möglichen Maßnahmen befinden sich einige, die Sie als Shopbetreiber vollkommen selbständig durchführen können, um damit die Umsetzung eines nachgelagerten Maßnahmenkatalogs vorzubereiten. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es sich als äußerst wichtig erweist, auf Basis eines belastbaren Konzepts vorzugehen. Natürlich stehen wir Ihnen sehr gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Kevin Goodin
Autor:
Kevin Goodin
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