Warenkorbabbrüchen den Kampf ansagen
Freitag, 01. Januar 2016

Warenkorbabbrüchen den Kampf ansagen

Man kennt das: Häufig werden Warenkörbe befüllt, der Einkauf jedoch nicht abgeschlossen. Es kommt zum Abbruch.

Abgebrochene Kaufvorgänge sind kein Einzelfall. Aus unserer Erfahrung häufen sich Warenkorbabbrüche besonders zu Stoßzeiten vor Ereignissen wie z.B. Valentinstag, Muttertag, Ostern oder im Weihnachtsgeschäft. Eine Untersuchung des Unternehmens trbo berichtet von einer durchschnittlichen Abbruchrate zwischen 40% - 80% abhängig von Branche und Produkt, der Shophersteller OXID gibt sogar eine durchschnittliche Abbruchrate von 75% an.

Das Problem

Ein Abbruch kann aus den unterschiedlichsten Gründen erfolgen:

  • Die Kaufentscheidung wurde noch nicht getroffen.
  • Die Versandkosten sind zu hoch.
  • Der Produktpreis ist zu hoch.
  • Der Einkauf ist verpflichtend mit der Erstellung eines Kundenkontos verbunden.
  • Die gewünschte Bezahlart oder Versandart wird nicht angeboten.
  • Die Aufforderung, fehlende Informationen anzugeben ist nicht freundlich genug.
  • Die Ladezeit der Seiten des Shops ist zu lang

Die Liste lässt sich noch beliebig fortführen und der Aufwand zur Analyse, Konzeption und technischen Umsetzung um allen Kundenwünschen gerecht zu werden, kann leicht unüberschaubare Dimensionen annehmen. Um Warenkorbabbrüche zu verringern, gilt es daher langfristig zu planen und Schritt für Schritt am Shopsystem zu arbeiten.

Das Konzept

Bevor es richtig losgehen kann ist eine Messung angebracht. Richten Sie sich entsprechende Filter ein um nachverfolgen zu können, wieviele Ihrer potentiellen Kunden tatsächlich den Kaufvorgang abbrechen. Zu untersuchen ist hierbei zunächst nur die erste Seite des Check-Outs, sprich der Warenkorb. Fragen Sie hierzu Ihren Dienstleister: Die entsprechende Messung zu konfigurieren ist mit keinem großen Aufwand verbunden – die Ergebnisse dafür Gold wert! Wahrscheinlich werden Sie erstaunt sein und sich ärgern, dies nicht schon früher gemacht zu haben.

Bekämpfen des Symptoms

Liegen die ersten Messergebnisse vor, geht es auch schon los. Wie zuvor geschildert ist es gar nicht einfach, die tatsächliche Ursache für häufige Abbrüche herauszufiltern. Daher empfiehlt es sich, zunächst das Symptom zu bekämpfen und erst im Anschluss an der Behebung der Ursachen zu arbeiten.

Wer Warenkorbababbrüchen den Kampf ansagen möchte, findet auf Anhieb diverse Plug-Ins. Das Prinzip ist dabei immer nahezu das gleiche: Sobald der Kunde die Seite verlassen möchte, sich beispielsweise der Mauszeiger der Adressleiste des Browser „gefährlich“ nähert, wird eine freundliche Meldung eingeblendet, die an den gefüllten Warenkorb erinnert. Die Meldung kann individuell gestaltet werden. Beispielsweise kann hier ein Rabattcode als Anreiz geboten werden, den Einkauf abzuschließen.

Laut Angaben von Plug-In- und Shop-Herstellern können dadurch zwischen 30% - 50% aller "Warenkorbabbrecher" davon überzeugt werden, den Einkauf fortzusetzen. Die technische Umsetzung erfordert Installation, Styling und Konfiguration des entsprechenden Plug-Ins. Anschließend muss noch eine Meldung eingepflegt werden. Die Kosten sind dabei stark vom gewählten Plug-In abhängig.

Bekämpfen der Ursache

Nach weiteren Beobachtungen kann die Ursachenbekämpfung angegangen werden. Als häufigste Ursache für Warenkorbabbrüche gelten gleichermaßen unattraktive Zahlmethoden als auch zu hohe Lieferkosten, gefolgt von umständlichen Check-Out-Prozessen, dem Zwang ein Benutzerkonto anlegen zu müssen, Mangel an Vertrauen gegenüber dem Shop, zu langen Lieferzeiten (oder der fehlenden Angabe), zu hohen Artikelpreisen und letztlich technischen Schwierigkeiten.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wo man am besten anfangen soll, geht es Ihnen wie vielen anderen Onlinehändlern. Wir möchten daher drei vielversprechende Maßnahmen vorstellen:

#1: Schaffen Sie passende Zahlmethoden

Ob Vorkasse, Kauf auf Rechnung, PayPal oder Ratenkauf – stellen Sie Ihren Kunden eine gewisse Vielfalt an Zahlmethoden zur Verfügung. Der Aufwand zur Umsetzung ist gering und fällt nur einmalig an. Unser Tipp: Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – über unsere Partner erhalten Sie eine kostenlose Beratung und darüber hinaus attraktive Konditionen.

#2: Bieten Sie attraktive Versandkonditionen

Es muss nicht immer der kostenlose Versand sein. Bieten Sie vielmehr einen kostenlosen Rückversand "ohne Wenn und Aber" an. Insgesamt zufriedene Kunden werden Artikel bei kleineren Problemen viel seltener zurücksenden und durch den kostenlosen Rückversand schlagen Sie zugleich noch eine zweite Klappe: Sie steigern das Vertrauen in Sie als Geschäftspartner enorm.

#3: Verschlanken Sie den Check-Out

Ein zeitgemäßer Check-Out sollte im besten Fall auf einer Seite abgebildet sein. Wenn erst einmal alle Angaben zu Rechnungsanschrift, Lieferanschrift, Bezahlmethode, Versandart, etc. vorgenommen wurden, nimmt die Wahrscheinlichkeit des Abbruchs deutlich ab. Je nach Shopsystem ist dies mit Konfigurationseinstellungen oder zusätzlichen Plug-Ins umsetzbar. Der Aufwand fällt nur einmalig an.

Unser Fazit

Das Senken der Abbruchrate ist dank preiswerter Plug-Ins kein Thema, um das sich nur die "Big Player" kümmern können. Schon mit einem kleinen Budget lassen sich sehr effektive Maßnahmen ergreifen, um den Umsatz nachhaltig zu steigern. Neben allen einmaligen Maßnahmen bedarf es jedoch einer nachhaltigen Strategie zur Shopoptimierung um das vorhandene Budget bestmöglich einzusetzen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Sehr gerne beantworten wir alle Ihre Fragen rund um nachhaltige eCommerce-Strategien und technischen Möglichkeiten Ihres Shopsystems.

Autor: Kevin Goodin

Mario Pöschl

Ihr Ansprechpartner:
Mario Pöschl - Webentwicklung und eCommerce-Lösungen

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